Autor: | 10. September 2011 08:11 | |
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Klassische Rollenverteilung macht glücklich

Eine Studie des Roman-Herzog-Instituts

Gleichberechtigung in der Partnerschaft: Ja, aber bitte nur in Maßen! So das Ergebnis einer aktuellen Studie des Roman-Herzog-Instituts, das im Auftrag der bayrischen Arbeitgeber- verbände durchgeführt wurde. Der Studie zufolge sind Paare mit Kindern im Durchschnitt zufriedener, wenn der Mann berufstätig ist und die Frau sich um Kinder und Haushalt kümmert, als Paare in denen alle Verantwortlichkeiten gleich verteilt sind:

Laut Erhebung sind Frauen, die nicht arbeiten, im Schnitt glücklicher als erwerbstätige Frauen. Darüber hinaus sind Ehen, in denen die klassische Rollenverteilung herrscht, im Schnitt zufriedener als Partnerschaften, in denen sich beide Partner gleichermaßen um Kind und Karriere kümmern. Dies sind auch für Susanne Seyda (Institut für Wirtschaft in Köln), die an der Studie mitgewirkt hat, unerwartete Erkenntnisse: „Die Unzufriedenheit erwerbstätiger Frauen hat mich sehr überrascht.“, so Seyda. Statistiken besagen auch, dass die Mehrheit der Frauen (3/4 der Befragten) den größeren Teil von Kindererziehung und Haushalt übernehmen, ganz gleich welche Rollenverteilung in der Beziehung herrscht. Bei berufstätigen Frauen in Vollzeitstellen sind es immer noch mehr als die Hälfte.

Aber wie lässt sich dieses Stimmungsbild erklären? Für die Forscher  gibt es mehrere Interpretationsansätze. Zum Einen macht unsere Gesellschaft es Familien, die nach den traditionellen Rollenmustern leben, immer noch einfacher: „Es ist zwar mittlerweile gesellschaftlich akzeptiert für Frauen, Karriere zu machen. Aber als Mann lange Elternzeit zu nehmen oder Teilzeit zu nehmen, wird noch nicht so sehr akzeptiert.“, so Seyda. Darüber hinaus, die Doppelbelastung von Job und Familie und der dazu anfallende Organisationsstress, der bei Doppelverdienern höher ist, als in der klassischen Aufteilung, wo klare Grenzen bei den Verantwortlichkeiten gesetzt sind. Zum Anderen sind berufstätige Frauen einer größeren Konkurrenz und somit einem höheren Stresspegel hinsichtlich Bildung und Einkommen ausgesetzt: Sie müssen sich nicht nur mit anderen Frauen, sondern auch mit Männern, deren Einkommen meist viel höher liegt, messen. Das bestätigt auch eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung.

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