In Kooperation mit:
Autor: | 5. Dezember 2011 16:31 | |
0


Liebe macht süchtig

Eine Studie der Rutgers-Universität und der UCL

Laut Platon ist Liebe „… eine schwere Geisteskrankheit.“ Was zunächst nach grober Polemik klingt, ist für Neurobiologen der University College London gar nicht so abwegig. In einer Gemeinschaftsstudie mit Anthropologin Helen Fisher von der Rutgers-Universität in New Jersey haben sie herausgefunden, dass Liebe nicht nur süchtig macht, sondern uns wortwörtlich den Verstand raubt: Im Rahmen einer Studie wurde die Hirnaktivität von 17 frisch Verliebten untersucht. Abwechselnd wurden ihnen Bilder von der geliebten Person und von ihren Freunden gezeigt. Die Ergebnisse waren erstaunlich: beim Anblick des Geliebten wurden Hirnareale aktiv, die im Belohnungssystem des Gehirns eine Rolle spielen. Hirnregionen, hingegen, die für Angst oder kritische Wahrnehmung notwendig sind, wurden weniger durchblutet, als im Normalzustand. „Es ist nicht verwunderlich, dass wir häufig überrascht sind von der Partnerwahl, die andere treffen, und uns fragen, ob sie den Verstand verloren haben.“, so Neurobiologe Zeki. „Tatsächlich haben sie das. […] Liebe ist oft irrational, weil rationale Entscheidungen ausgesetzt oder nicht mehr mit üblicher Strenge angewandt werden.“ Aber damit nicht genug: Zeki und Bartels fanden heraus, dass Verliebte auf Bilder ihrer Liebsten genauso reagieren, wie Kokainsüchtige oder Alkoholkranke auf ein Bild ihrer Droge. „Wenn man die Daten interpretiert, kann man die Liebe durchaus mit einer Obsession oder Sucht vergleichen.“, erklärt Bartels vom Max-Planck-Institut für Kybernetik. Wenig erstaunlich ist dann die Erkenntnis, dass Verlassene ähnliche Symptome ausweisen, wie Süchtige auf Entzug: Körperliche Schmerzen, Depressionen und eine verzerrte Wahrnehmung sind für beide Gruppen typisch. Liebe ist aber, im Gegensatz zu Drogen, nicht gefährlich. Es ist, wie Fischer erklärt, lediglich „… eines der mächtigsten Gefühle der Welt.“

Kommentieren

0
Kommentare

Kommentieren